Deportationen


Aus Wien begannen die großen Deportationen im Februar 1941. Als zentrale Bahnhöfe fungierten der Aspangbahnhof im 3. Bezirk und später der Nordbahnhof im 2. Bezirk. Aus der „Ostmark" wurden zwischen 1939 und 1945 insgesamt 48.953 Personen deportiert. Laut den Erhebungen des Historikers Jonny Moser überlebten davon nur 1.734 Personen. Die Zielorte der Deportationen waren das „Generalgouvernement" (Nisko, Opole, Kielce, Modliborczicze, Łagów/Opatów und Izbica), Łódź (Warthegau), Riga (Lettland), Minsk mit Maly Trostinec (Weißrussland), Theresienstadt ("Protektorat") und Auschwitz (Oberschlesien). Die Bahnfahrt dauerte zwischen zwei Tagen und einer Woche. Die großen Transporte aus Wien fanden zwischen Februar 1941 und Oktober 1942 statt. Rund die Hälfte aller aus Wien Deportierten kam nach Theresienstadt (15.122 Personen) und Minsk / Maly Trostinec (9.471 Personen). Von Theresienstadt wurden rund die Hälfte der aus dem ehemaligen Österreich stammenden Jüdinnen und Juden zwischen August 1942 und Oktober 1944 nach Auschwitz und Minsk / Maly Trostinec weiter verschickt und ermordet. Zur Zahl der österreichischen Opfer müssen auch jene gerechnet werden, die aus vermeintlichen "Zufluchtsländern" wie Frankreich, Belgien, den Niederlanden usw. deportiert wurden. Insgesamt beträgt die Zahl der österreichischen Shoah-Opfer nach neuesten Erhebungen des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes mehr als 66.000 Personen.

Deportationen

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Abfahrtsbahnhöfe für Deportationen, 1938–1945


A / 15., Felberstraße 1, Westbahnhof
       Transporte ins KZ Dachau und ins KZ Buchenwald
B / 2., Nordbahnstraße 50, Nord- und Nordwestbahnhof
       Kleinere Transporte von 1943 bis 1945
C / 3., Aspangstraße 4, Aspangbahnhof
       Deportationen nach Nisko am San im Oktober 1939
       Große Deportationen vom Frühjahr 1941 bis Oktober 1942


Hauptquartiere der für die Deportationen verantwortlichen Behörden:
Gestapo-Leitstelle Wien und Zentralstelle für jüdische Auswanderung


D / 1., Morzinplatz 4, (Hotel Metropol) Gestapo-Leitstelle Wien
E / 4., Prinz- Eugen-Straße 20–22, (Palais Rothschild)
       Zentralstelle für jüdische Auswanderung