Nichtjüdische Hilfsorganisationen


Durch die rassistische NS-Gesetzgebung wurden tausende WienerInnen nach dem „Anschluss“ zu Jüdinnen und Juden erklärt, obwohl sie Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften oder konfessionslos waren. Da die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) nur für ihre Mitglieder zuständig war, konnte sie diese von den NS-Behörden als „Nichtarier“ klassifizierten Menschen nicht unterstützen. In der evangelischen Kirche distanzierte sich nicht nur der Oberkirchenrat, sondern auch sämtliche Gemeinden schlossen ihre Mitglieder jüdischer Herkunft gleich nach dem „Anschluss“ von den Gottesdiensten aus. KatholikInnen jüdischer Herkunft konnten jedoch weiterhin am Gemeindeleben teilnehmen. Zugleich formierten sich nichtjüdische Hilfsorganisationen, um den als „Nichtariern“ Verfolgten zu helfen. Diese Organisationen waren die „Aktion Gildemeester“ (die spätere Auswanderungs-Hilfsorganisation AHO), die „Society of Friends“ (Quäker), die „Erzbischöfliche Hilfsstelle“ und die evangelische „Schwedische Mission“.

Nichtjüdische Hilfsorganisationen 1938-1945

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A / 1., Kohlmarkt 8: Aktion Gildemeester: März–September 1938
B / 1., Wollzeile 7 (Gildemeester-Haus): Aktion Gildemeester: Sep. 1938–Jan. 1940
       Nähstube und Kinderhort der Erzbischöflichen Hilfsstelle: 1940–Herbst 1942
C / 1., Habsburgergasse 2: Auswanderungs-Hilfsorganisation für nichtmosaische Juden
       (AHO): Januar 1940–Januar 1941 Erzbischöfliche Diözesanstelle für nichtarische
       Katholiken: Juni 1940–Dezember 1940
D / 1., Marc-Aurel-Strasse 5: Auswanderungs-Hilfsorganisation für nichtmosaische
       Juden (AHO): Januar 1941–Oktober 1942
E / 1., Dr. Ignaz Seipel Platz 1 (Universitätskirche): Aktion K: März 1938–November 1939,
       Treffpunkt der „Donnerstagskinder“ und Messen für „Sternträger“:
       1941 bis Kriegsende
F / 1., Rotenturmstraße 2 (Erzbischöfliches Palais): Erzbischöfliche Hilfsstelle für
       nichtarische Katholiken: Dezember 1940 bis Kriegsende
G / 1., Singerstrasse 16: Quäker ( Society of Friends ): März 1938–Herbst 1941
       (Herbst 1942)
H / 9., Seegasse 16: Schwedische Mission: März 1938–Juni 1941